2007-04-12-Bericht

M82 "Zigarrengalaxie
M81 ist gleich neben M82 am Himmel zu finden
Eine schwarz-weiß Venus
M64 "Galaxie mit dem schwarzen Auge"
M13 Kugelsternhaufen aufgenommen mit der Webcam
zum Vergleich: M57 Ringnebel mit der Webcam
M57 Ringnebel mit der Eos 350D
Ein Frosch, der Michael und mich besuchte

Drei Beobachtungsnächte: Ostersonntag, Ostermontag und Mittwoch. Dazwischen die Reparatur der G11-Montierung und Bildbearbeitung, nebenbei der Spiegelschliff. Bin ich froh, dass ich Urlaub habe!

Aber Eines nach dem Anderen:

Am Ostersonntag bin ich, nachdem ich den Grobschliff des Spiegels erfolgreich beendet habe, auf die Hohe Wand gefahren - das Wetter war super! Nachdem ich das Galaxienpaar M81/M82 als Zielobjekte auserkoren hatte und mit M82 begonnen hatte, musste ich leider feststellen, dass sich die Montierung gegen die Nachführung wehrte. Die Motoren brauchten einfach zu lange, bis sie ansprachen. So produzierte ich ausser vielen Strichspuren nicht viel brauchbares. Von 6 Aufnahmen der M82 Galaxie, je 600s bei ISO 400, waren lediglich 3 brauchbar und selbst das nur begrenzt. Nach einem Stundenlangen Kampf, habe ich aufgegeben und habe um 01:00 den Heimweg angetreten. Ich war vielleicht frustriert!
Aber Aufgeben stand nicht zur Debatte. Also Gleich am Ostermontag die Montierung zerlegt. Was ich vorfand war erschreckend: Die Nadellager waren mit dem alten Fett so stark verkelbt, dass ich die Rollen nicht einmal mit den Fingern bewegen konnte und die Schnecken hatten in ihren Gehäusen etwa 1mm seitliches Spiel!
Jetzt war mir auch klar, warum die Nachführung bockte. Ich habe also das Fett entfernt und durch Rapsfett ersetzt. Aja, die Rutschkupplungen waren eingefettet *gg*. Das macht genau gar keinen Sinn, da diese Reibung erzeugen sollen, was sie nicht können mit Fett dazwischen.
Dann habe ich noch die Schnecken und Motoren der Rektaszensionsachse und der Deklinationsachse getauscht und das Schneckenspiel neu eingestellt. So ging es am Abend dann zu meiner Mutter in den Vorgarten, da ich nicht auf die Hohe Wand fahren wollte. Denn falls ich noch etwas zerlegen sollte, wäre das dort viel schwieriger gewesen.
Als Testobjekt musste M81 her halten. Ich habe in Summe 9 Aufnahmen zu je 300s ISO 400 gemacht. Auch die Venus habe ich noch erwischt. Diese Aufnahme entstand mit der umgebauten S/W Webcam. Ich hatte mühe, dass die Aufnahme nicht überbelichtet wurde, da die Kamera durch den neuen Chip wesentlich empfindlicher ist.
Das Ergebnis war zufriedenstellend - die Montierung funktionierte wieder. Also bin ich am Mittwoch wieder auf die Hohe Wand gefahren, Michael war auch da. An diesem Abend konnte ich endlich M64, die "Galaxie mit dem schwarzen Auge" aufnehmen, ein Vorhaben, dass schon länger besteht. 6 Aufnahmen zu je 600s bei ISO 400 lassen das Staubband in der Nähe des Zentrums erkennen. Leider sind die Details im Randbereich nicht zu erkennen, eventuell ein Tribut an das Öffnungsverhältnis von f/10. Trotzdem bin ich zufrieden mit der Aufnhame. Um etwa 02:00 stellten Michael und ich fest, dass das Sommersternbild Herkules schon aufgeganen war und gleich dahinter die Leier sich bereit machte. Ich stattete also noch dem Kugelsternhaufen M13 einen fotografischen Besuch ab, allerdings nicht mit der DSLR-Kamera, sondern mit der Webcam! Ich wollte wissen, was der empfindlichere S/W Chip so drauf hat. Ich bin total begeistert von dem Ergbenis: bei 10x10s und Darkframeabzug kann sich die Aufnahme sehen lassen!
Also habe ich gleich zu M57 dem Ringnebel geschwenkt: Ich wollte wissem, ob auch dieser im Erfassungsbereich der Webcam lag. Und tatsächlich: nach 11 Aufnahmen zu je 10s kann man die Details im Ring sehr gut erkennen! Anschließend habe ich die EOS 350D wieder im Okularauszug positioniert und ebenfalls M57 abgelichtet um einen Vergleich zu haben. Ich muss aber zugeben, dass 600s bei ISO400 zu viel Licht für den Nebel war, der Ringbereich zeigt Stellenweise kaum Details. Abgesehen davon, ist die DSRL nicht für so kleine Objekte geeignet, ich werde diesen Nebel also mit der Webcam und evtl auch Filtern erneut belichten.

Zu unserer Überraschung kam ein neugieriger Frosch vorbei. Michael packte seine Kamera aus und fotografierte ihn. Die Lichtverhältnisse am Foto gefallen mir sehr gut, einmal eine etwas andere Tieraufnahme ;)


In Summe gesehen, bin ich zufrieden. Obwohl ich einige Schwierigkeiten hatte, hat sich doch Einiges machen lassen. Aber die Woche mit dem schönen Wtter ist noch nicht vorbei und Urlaub habe ich auch noch! Also: Akkus laden und wieder rauf fahren, geschlafen wird am Tag *gg*

-Robert

-zurück zur Hauptseite