2007-05-01-Bericht

Die Sternwarte Gahberg am Attersee
Eine Allskykamera!!!
Ein 20cm Refraktor mit über 2m Brennweite
Ein 14 Zoll Reflektor
Von oben: Lidl 70/700, Celestron 102/1000, Skywatcher ED80/600, William 66/388
Der Komet C/2007 E2 "Lovejoy"

Am vergangenen Wochenende fuhr ich gemeinsam mit Reinhard an den Attersee auf die Sternwarte Gahberg. Diese liegt auf 860m Höhe im schönen Salzkammergut. In einem nahe liegenden Gasthof fanden wir unser Quartier. Dort fand dann auch das Workshop über Astrofotografie statt. Es waren über 50 Hobbyastronomen anwesend, welche eifrig Erfahrungen austauschten. Am Samstag gab es Vorträge über verschiedenste Themen: Farbkalibrierung anhand G2 Sternen, Vor- und Nachteile verschiedenster Nachführmethoden, Bildbearbeitung mit Astroart und ähnlichen Programmen, Planetenfotografie im UV und IR Bereich mit einer Webcam, einen sehr interessanten Vortrag über die Errichtung der Sternwarte Zollern-Alb Rosenfeld Brittheim mit einem 0.8m Spiegelteleskop! Weiters gab es noch eine Augenpupillenvermessung und eine Optikvermessung der Teleskope. Es waren auch noch Teleskop-service Ransburg und Astro-Optik Beck mit vielen Artikeln anwesend.
Wir besichtigten die Sternwarte in der zwei Geräte installiert waren: ein 20cm Refraktor in einer Kuppel und ein C14 Spiegelteleskop in einer Rolldachhütte. Die Sternwarte hat einen eigenen Charme: sie ist größten Teils aus Holz gebaut, was sie sehr gemütlich wirken lässt. Außerdem ist mit Platz nicht gespart worden, man kann sich gut im Innenraum bewegen. Es gibt sogar ein eigenes Büro und einen Teleskop Arbeitsplatz, wo man ein Teleskop auf einer Außensäule fernsteuern kann! Außen sind an die 6 Säulen montiert, die meisten gehören ortsnahen Hobbyastronomen.

Nach der Besichtigung gings wieder zum Workshop zurück. Ich nützte die Möglichkeit die Pupillen vermessen zu lassen. Dazu musste ich mich für 5 min. in einen absolut dunklen Raum begeben. Dort war eine Kamera aufgebaut, die dann ein Foto mit Blitz machte. Nur so kann man erreichen, dass die Pupillen eine möglichst große Öffnung erreichen um diese dann zu fotografieren. Anhand eines mit-fotografierten Lineals konnte man dann die Pupillengröße ausmessen. Da das aber im Rahmen einer Studie geschah, hab ich leider noch keine Daten bekommen. Diese werden nachgereicht...

Reinhard und ich kauften uns auch noch Teleskope. Reinhard erstand einen 66/388mm Refraktor von William Optics zum fotografieren und ich mein zukünftiges Leitrohr: einen Celestron 102/1000mm Refraktor. Ganz schöne Lichtkanone, hab ihn dann gleich am Abend ausprobiert!!! Ich habe den Mond und den Saturn mit der Webcam aufgenommen und bin recht zufrieden damit! Die optische Qualität ist für den Preis wirklich angemessen. Das Highlight war allerdings als Andreas (ein Mitglied des AAS) mit einem Binokularansatz vorbei spazierte und ich ihn davon überzeugen konnte, diesen mal an den Refraktor zu klemmen.
Was soll ich sagen: Der Mond im Binokularansatz war ein Traum!!! Ich habe zum ersten Mal durch einen Binokularansatz beobachtet! Der Unterschied ist enorm: das Bild wirkt viel ruhiger und man bekommt ein räumliches Gefühl. Am Mond der Hammer sag ich euch!!
Man darf mich ab heute als Bino-infiziert bezeichen ;)

Und als der Mond um 03:00 in der Früh dann auch allmählich untergegangen war, wurde der Himmel in Richtung Milchstrasse für 1,5 Stunden halbwegs dunkel, bevor die Sonne wieder aufging. In dieser Zeit habe ich dann versucht, den Kometen C/2007 E2 "Lovejoy" zu fotografieren. Mein ertser Komet!

Er war leider nicht sehr spektakulär anzusehen, aber er ist ein Exot! Er hat nämlich eine Bahn die fast senkrecht zur Ekliptik steht. Er kam auf ca. 0.5 AE (astronomische Einheit, 1AE ~ 150.000.000km) an die Erde heran.
Eigentlich wollte ich ein schönes Foto machen, allerdings war mir nicht bewusst, dass sich Kometen mit einer erheblichen Geschwindigkeit bewegen. Das macht sich dann bei der Bildbearbeitung so bemerkbar, dass (wenn man die Bilder auf den Kometen übereinander legt) die Sterne zu gepunkteten Linien werden, oder der Komet selber sehr merkwürdig aussieht, wenn man das nicht tut sondern die Sterne übereinander legt.
Mir hat das Bild nicht sonderlich gefallen, also habe ich die Bewegung des Kometens sichtbar gemacht und die Bilder zu einer Animation gereiht. Es ist schon erstaunlich, dass man im Zeitraum von einer Stunde so eine Bewegung sichtbar machen kann!

Und als Draufgabe kommt hinzu, dass die Kometenaufnahmen per Autoguiding entstanden sind! PREMIERE!!! Ich habe noch am Freitag die Relaisbox erhalten und diese natürlich ausprobieren müssen! Bei mäßigem Seeing habe ich bei 2000mm Brennweite eine Nachführungenauigkeit von nur 5 Bogensekunden erreicht! Ist für den Anfang nicht schlecht, ich bin sicher, dass bei ruhiger Luft noch mehr drinnen ist!

Ich habe an diesem Wochenende wieder viel gelernt, nette Leute kennen gelernt, mein Leitrohr bekommen sowie Autoguiding etabliert, zum ersten mal einen Kometen fotografiert und durch einen Binokularansatz beobachtet.

wow....

-Robert

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