TeleskopBau2007

2008-09-16

Am 01. September 2008 war es soweit: Der Spiegel kam von Optikavod in der Tschechei zurück. Dort hat er eine 95% Aluminiumoxid-schicht erhalten. Noch am selben Tag wurde der von Wolfi fertig parabolisierte 12" Spiegel in den Tubus eingebaut. Damit habe ich nach exakt 1,5 Jahren Bauzeit mein erstes Teleskop - einen 12" f/5 Newton-Reflektor fertig gestellt.
An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich Wolfi für seine Zeit, seine Ideen und seine Unterstützung und vor allem fürs Parabolisieren des 12"ers danken. Ohne dich, hätte ich es eventuell nie fertig gestellt...
Aber jetzt ist er fertig und wurde natürlich prompt ausprobiert. Am nächsten Tag stand ich mit zwei Freunden beim Gasthof Postl auf der Hohen Wand (Niederösterreich) zum "Firstlight" bereit. Erstes Objekt war der Jupiter. Und der erste Eindruck: wow, ist das Hell!
"Venator noctis"... so heißt der 12" Newton, wurde dann ausgiebigst an verschiedenen Objekten visuell genossen. Was danach kam, war klar: die EOS 350D wurde über den selbst gebauten Offaxisguider (und unter Verwendung eines Televue Paracorr-Komakorrektors) im Okualrauszug montiert. Firstlightobjekt für die EOS war M13.
Nach einer Belichtung von 180 sec. (interner Darkabzug) kam unten stehendes Foto zustande. Das Foto wurde nicht gecropt, nur um 50% verkleinert (Farben mussten angepasst werden) und dessen Helligkeit eingestellt.

Zweites Objekt war M27, der Hantelnebel. Dieser wurde dann 1 x 360sec. belichtet. Wieder mit internem Darkabzug, kein crop, 50% der Originalgröße, Farben + Helligkeit angepasst.

Ich bin wirklich sehr zufrieden mit der Sternabbildung - offenbar arbeitet der leicht überkorrigierte Hauptspiegel sehr gut mit dem Paracorr zusammen. Weiters konnte ich mit diesen eher kurzen Belichtungszeiten eine Tiefe erreichen, die ich vom C8 nur durch stacken von mehreren 7min. Belichtungen kannte.

Einziger Minuspunkt bisher:
Die leicht Eiförmigen Sterne rühren von einer nicht ganz so stabilen Adapterplatte des Tubus her. Die 3" Schiene für die Titanklemme ist einfach zu schwach für den enormen Hebel des 12ers. Da sind aber bereits Maßnahmen gesetzt: ich sollte diese Woche noch ein Boschprofil bekommen, dass die Schiene verstärken wird. Außerdem bekommt "Venator noctis" auch eine sogenannte Hargreavestrut. Es werden noch zwei Streben jeweils links und rechts am vorderen Tubusende (OAZ-Seite) montiert, die dann bis zum Ende der Gegengewichtsstange laufen und dort ebenfalls montiert werden. Diese Streben nehmen den gesamten Hebel auf, sodass ein stabiles Dreieck entsteht. Das sollte nicht mehr wackeln ;)

Ein weiteres Foto zeigt den Newton noch während der Bauphase auf der G11 (links) und kurz vor der Fertigstellung (rechts) auf der Losmandy Titan. Auf dieser Montierung wird er dann auch in Zukunft betrieben - mobil versteht sich ;)

Fazit:
1,5 Jahre Bauzeit, etwa 250 Arbeitstunden und ca. 4000€ später bin ich nun stolzer Besitzer eines Selbstbauteleskops. Es ist ein tolles Gefühl so etwas gebaut zu haben. Ich habe viel gelernt, viel Spaß gehabt aber auch viele Zweifel bekämpft und Selbstmotivation betrieben (betreiben müssen*g*). Schnelle Erfolge gibt es bei so einem Projekt kaum, umso mehr wird aber Geduld belohnt, wie ich finde.
Ob ichs wieder machen würde?
Ein anderes Design vielleicht schon...


2008-04-14

Gestern wurde wieder am Spiegel poliert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: von einer Abweichung von 1 Lambda Wavefront haben wir drei (Wolfgang, Roland und ich) und langsam aber sicher bis zu einer maximalen Abweichung von 0,4 Lambda Wavefront error hingearbeitet. Zum Schluss folgte noch ein Sterntest am Balkon mit Beteigeuze im Orion. Auch neu: Foucault-test am Stern! Klasse Sache: es ist ein Nulltest für Parabeln!!! Der Haken: man braucht eine Stabile Montierung, da man sich am Tubus anhalten muss(die G-11 hat sich für desen Zweck als Wackel-Dackel heraus gestellt *g*). Trotzdem sehr interessant anzusehen. Extrafokal waren bis zu drei Beugungsringe zu sehen, intrafokal mit Mühe ein bis zwei, wobei der Rand ausgefranst war - der Spiegel ist eben noch nicht ganz fertig.

-[Robert]

2008-02-04

Wieder einmal das leidige Thema Foucault:

Nachdem ich festgestellt habe, dass mein erster Tester einfach zu viel seitliches Spiel hatte, habe ich einen aus Aluminiumprofilen und Blech gebaut. So weit so gut - keine unkontrollierte laterale Bewegung mehr. Der Haken:
Metall ist ein sehr schwingungsfreudiges Material. Durch die eingebauten Zugfedern verhält sich der Tester wie eine Stimmgabel und eine reproduzierbare Messung ist nicht mehr möglich. Vor allem scheint die fotografische Auswertungsmethode da sehr anfällig zu sein.

Glück für mich, dass ich nach einer Testsession mit Richard im Werksaal einer Musikschule auf diesen Missstand aufmerksam geworden bin. Jetzt ist klar wie es weiter geht:
Ein 3. Tester wird gebaut. Diesmal wieder aus Holz, aber mit kugelgelagerten Metallschienen zur Führung des Kreuzsupports. Ausserdem wird die Lichtquelle unterhalb der Klinge ihren Platz finden, da bei meinen bisherigen Testern zu viel seitlicher Abstand vorhanden war, was das Schattenbild undeutlicher werden lässt. Der Tester wird auch größer dimensioniert, da ich mir die Möglichkeit offen lassen möchte, ein Gegengewicht auf den Tester zu legen um diesen zu stabilisieren.

Ausserdem werde ich die fotografische Auswertung bleiben lassen und mit einer fünf-Zonen-Coudermaske arbeiten (diese habe ich netterweise von Richard bereits bekommen - Danke dir!).

Die letzte Messung von Richard und mir haben zwar das gleiche Relief der Oberfläche zu Tage befördert, die Abweichungen von der Idealparabel sind aber in Wahrheit doppelt so hoch, wie bisher gemessen - nämlich ein Lambda (und nicht Lambda/2 wie bisher).

-Robert

2008-01-06

Der Newton auf der Montierung - noch ohne Spiegel

Der Spiegel ist am Werden, die Parabolisierung wird immer anspruchsvoller. Ich musste in der letzten Woche des 2007er Jahres doch noch ein Subdiametertool bauen. Dazu musste ich wieder einen Gipsabdruck machen, Pech (das ich netterweise von Wolfi bekommen habe) gießen und das Tool anpassen.
Mit so einem kleinen Tool zu arbeiten ist noch neu für mich, daher bin ich momentan sehr vorsichtig und brauche daher auch länger. Somit zieht sich die Parabolisierung immer noch hin.

Zwischendurch habe ich den Newton bei mir im Wohnzimmer aufgebaut. Ich musste sowieso das Schneckenspiel der G11 einstellen, da habe ich gleich alles aufgebaut. Wenn man so neben dem Riesen steht, merkt man erst, welcher Größenwahnsinn einen da reitet ;)

-Robert

2007-12-03

Es geht weiter:
4 Sessions zu je 15min. bringen den Spiegel der Parabel näher.
LOG:

15min. MOT, viel seitlicher Überhang, lange Striche
Pechhaut bockt sehr
Messung A

15min. MOT, viel seitlicher Überhang, lange Striche
Pechhaut bockt nur anfangs
Messung B

10min. MOT, viel seitlicher Überhang, lange Striche
5min. MOT, 1/3 Überhang und lange Striche
Messung C

15min. MOT, 1/3 Überhang und lange Striche
Messung D

Durch die Änderung des Striches von 1/2 auf 1/3 habe ich jetzt eine eher unruhige Oberfläche. Ich werde wohl zum Schluss noch glättende Striche (Chaos?) machen müssen.

-Robert

2007-12-02

Letzte Woche konnte ich den Spiegel für "Auspoliert" erklären. Es war schon recht abenteuerlich, wie ich dann zur Sphäre gekommen bin. Diese ist unbedingt notwendig, bevor man mit dem Parabolisieren beginnen kann.
Nachdem der Laserreflex nur mehr im Dunklen zu erahnen war, machte ich mich also daran die Sphäre zu erreichen. Die Oberfläche sah bei der letzten Messung folgendermaßen aus:
In der Mitte ein Berg und der Rand abgesunken - also zu flach. Ich habe dann innerhalb von 20 min. die Sphäre erreicht indem ich ein paar Runden mit dem "scharfen Daumen" den Rand bearbeitet habe. Das macht man einfach mit Ceroxidsuspension und eben dem Daumen - man rubbelt da ein paar Runden knapp innerhalb des Randes entlang. Damit habe ich den abgesunkenen Rand eliminiert. Den zentralen Berg habe ich mit MOT (= Mirror On Top) und viel seitlichem Überhang in den Griff bekommen.

Nun konnte es heute ans Parabolisieren gehen. Ich habe dazu ein kleines LOG mitgeschrieben:

15 min. MOT mit viel Überhang und langen Strichen
Messung A

10 min. MOT mit viel Überhang und langen Strichen
Messung B

5 Runden Daumen auf den äußeren 2cm
15 min. MOT mit viel Überhang und langen Strichen
Dazwischen kurze Striche mit wenig Überhang (etwa 2min.)
Messung C

5 Runden Daumen auf den äußeren 2cm
15 min. MOT mit viel Überhang und langen Strichen
Messung D

5 Runden Daumen auf den äußeren 2cm
12 min. MOT mit viel Überhang und langen Strichen
2 min. kurze Striche mit wenig Überhang
1min. Chaos Striche
Messung E

Die entsprechenden Messdiagramme sind folgende:

Ich habe die Messungen mit der EOS 350D gemacht. Dazu habe ich die Kamera hinter dem Foucaulttester platziert und nach jeder Schlittenbewegung um 0,25mm ein Foto gemacht. Diese Fotos habe ich dann in das Programm "Shadow Analysis" gefüttert und die Distanzen eingegeben. Das Programm errechnet mit diesen Daten die Spiegeloberfläche und vergleicht sie mit der Idealform. Die Abweichung wird z.B als Strehlwert angegeben, dieser gibt näherungsweise die Passgenauigkeit an die Idealparabel an (1 = 100%ige Übereinstimmung) Langsam, aber sicher nähere ich mich der Parabel. Einzig der Rand hinkt immer 150nm hinterher - da werde ich mir zum Schluss noch was einfallen lassen müssen. Aber die bisherige Methodik scheint gut zu funktionieren - deshalb werde ich sie auch nicht ändern.

-Robert

2007-11-25

Nun isser fertig ;)
Endlich habe ich es geschafft den Tubus fertig zu stellen. Nachdem ich die Alurahmen letzte Woche bei der Firma Prägler in Wien XVII schwarz eloxieren habe lassen, stand dem finalen Zusammenbau nichts mehr im Weg. Doch mit bloßem zusammen schrauben war es nicht getan: die Verkabelung und Streulichtblende mussten noch erledigt werden. Jetzt kann ich sowohl die Hauptspiegelbelüftung, als auch die Fangspiegelheizung zentral steuern und über ein Kabel mit 12V versorgen. Dieses Kabel wird einfach an der G11 angesteckt, die einen 12V Output an der Steuerung besitzt. Der Motorfokus ist angebracht, die Sucher (8x50 und Telrad) haben am Panel neben den Leitrohrschellen ihren Platz gefunden. Auch die Stoffbespannung, die mir meine Schwester Marlene genäht hat (viiiielen Dank!!!!) konnte nun mit Klettbändern fixiert werden.

Zusammen wiegt der 12"er jetzt 18,2kg (inkl. Spiegel), mitsamt Leitrohr dann 21,7kg und mit Kameras dann 22,8kg. Das ist um 2,8kg mehr als ich geplant hatte. Eigentlich ein Drama, aber es besteht noch Hoffnung, da ich in der letzten Beobachtungsnacht vor drei Wochen eine Messung des periodischen Schneckenfehlers der Montierung gemacht habe und dabei eine Abweichung von ~ +/- 5 Bogensekunden heraus kam. Das ist ein sehr guter Wert für eine G11, vielleicht trägt sie den Newton ja doch recht gut.

Nachfolgend noch ein paar Fotos vom Teleskop (ohne Spiegel - der ist noch in Bearbeitung).

-Robert

2007-11-05

Der Tubus steht
Wega im Newton

Vorweg: heute habe ich wohl den breitesten Grinser in ganz Europa!
Ursache: nachdem ich den Tubus soweit fertig gebaut habe, konnte ich es nicht lassen, den Spiegel in die Fassung zu stecken und mit dem Teleskop auf den Balkon zu wandern, denn es war heute sternenklar. Das war also der erste "Tubustest". Die Grundjustage des Newtons hat etwa 10min. gedauert, dann war alles gerade. Im 2" 40mm Okular habe ich dann etwas ala Dobson beobachtet - die Prismenschiene fehlte noch, ausserdem war die Montierung im Auto und ich hatte keine Lust solange zu warten, bis ich alles aufgebaut hätte. Und dann hab ich den Ringnebel M57 gesehen!!!
Er war deutlich als Rauchringerl zu erkennen und das mit noch nicht fertig poliertem Spiegel ohne Parabel am Balkon!
Wie wird das erst, wenn alles fertig ist? Das war beinahe eine Überdosis an Motivation (sowas gibt es anscheinend *g*). Ich habe dann auch das erste Astrofoto geschossen, denn ich musste ja ausprobieren, wo ich mit der Kamera den Fokuspunkt habe. Er liegt am inneren Drittel des Verstellweges, also fast ideal. Leider ist das Foto nur sehr schwach, denn wie gesagt habe ich ohne Nachführung geknipst und da sind bei 1725mm Brennweite nicht mehr als 0,5s drinnen ohne eine Strichspur zu produzieren.
Aber was zählt ist sowieso das Foto an sich und nicht das Objekt *gg*

Jetzt gibt es noch einiges zu tun, bis wirklich alles fertig ist:
1) im Mittelteil werden in den Ecken noch Carbonröhren platziert um noch etwas Stabilität zu schaffen
2) Streulichtblenden aus Karton gegenüber des Okularauszugs und 20cm hoch vom Hauptspiegel weg müssen gebastelt werden
3) die Stoffbespannung muss genäht werden
4) der Telrad- und der 8x50 Sucher müssen ihren Platz finden
5) die Hauptspiegelbelüftung muss eingebaut werden
6) "Schönheits-OP": zu lange Schrauben an der Auszugsplatte müssen abgeflext werden, die Alurahmen werden anodisiert und der Newton erhält Füßchen am Tubusende

und natürlich: 7) DER SPIEGEL MUSS FERTIG WERDEN!!!

Ausserdem benötige ich noch eine Flatfieldbox, denn der TFT-Monitor vom Notebook ist für dieses Teleskop als Flatbox zu klein.

Eine Menge zu tun, aber es dauert nicht mehr lange!


-Robert

2007-11-04

Foucault Analyse
Foucault Foto

Nach insgesamt 8 Stunden Polierzeit ist der Spiegel beinahe auspoliert. In der Mitte kann man den Laserreflex nur mehr im Dunkeln erkennen, am Rand ist er noch etwas deutlicher zu sehen. Ich denke zwei weitere Stunden Polieren werden ihm den Rest geben ;)
Heute konnte ich endlich eine Serie von Foucaultaufnahmen machen und eine Computeranalyse damit füttern...

-Robert

2007-11-02

Spiegel im Tubus

Nachdem ich den Mittelteil des Tubus etwas umkonstruiert habe, kam ich heute auf die Idee, den Spiegel einmal in die Lagerung zu legen und ein Foto davon zu machen. Der Oberteil des Tubus ist noch nicht ganz fertig, ich bastle gerade an den oberen Stangen, sowie an der Platte für den Okularauszug.

-Robert





2007-10-28

Foucaulttest

Foucault nach 6,5h Polierzeit.
Die Lichtquelle des Foucaulttesters habe ich auf einen Spalt umgebaut, damit habe ich für die Aufnahme mit der Kamera mehr Licht und daher ein schöneres Foucaultbild.

-Robert





2007-10-26

Foucaulttest

Foucault nach 5h Polierzeit.

-Robert





2007-10-24

Foucaulttest
Foucaulttest

Heute habe ich nach 4h Gesamtpolierzeit das erste Foucaulttestbild gemacht. Es ist zwar etwas verrauscht, da ich in ermangelung eines Tischstativs das Foto freihändig schießen musste und daher nicht länger als 10s Belichtung möglich waren.

-Robert










2007-10-21

fast feritger Tubus

Gestern war es soweit: der Tubus wurde zum ersten Mal zusammen gebaut.
Maße: 140cm hoch, 42cmx42cm breit und ohne Spiegel 12kg schwer.

Es hat viel Zeit und Geduld erfordert, diesen Gitterrohrtubus zu planen und zu konstruieren. Immerhin verfüge ich nicht über eine Werkstatt, also entstand alles in meinem Wohnzimmer. Zugegeben, die Alurahmen wurden in einer Tischlerei auf Gehrung gesägt und in einer Schweißerei zusammengefügt.
Wenn der Spiegel fertig geschliffen ist (ich bin gerade bei der Politur) wird ein Sterntest gemacht. Wenn dieser dann positiv verläuft schicke ich den Spiegel zum Beschichten. In dieser Zeit werde nauch noch die Alurahmen schwarz anodisiert.

-Robert

2007-10-01

Hier wird nun an zwei Fronten gekämpft:

1.) Den Spiegel polieren

Nachdem John seit dem 5µm bei mir am Spiegel wohnt, habe ich beschlossen, es mit dem Feinschliff gut sein zu lassen. Das 5µm Microgrit ist zwar nicht vollständig ausgeschliffen, aber man kann ab hier schon zu Politur übergehen.
Und genau das habe ich vor.

Gipsabdruck

Also musste ein Poliertool her. Das besteht bei mir aus einer 21mm starken Holzplatte, auf die ich einen Abdruck aus Zahnarztgips des Spiegels mit Epoxydharz verklebt habe. Das ganze wurde dann mit dem Epoxy versiegelt, damit auch keine Brösel mir den Spaß verderben (nein, John soll keine Gesellschaft mehr bekommen).




Pechgießen

Auf diesen Untergrund habe ich dann eine Schicht Pech gegossen. Da Pech ein ziemlich klebriges Zeug ist und ich das ganze in der Küche am Herd erhitzen musste, habe ich die Küche mit Alufolie tapeziert. Auf diesem Foto sieht man das Pech am Herd im Wasserbad stehen. Ich musste aber feststellen, dass das Wasserbad nicht genug Hitze entwickelt, also habe ich den Topf mit Pech direkt am Herd vorsichtig erhitzt. Davor ist das Tool mit Kragen aus Klebeband - es soll ja schließlich alles am Tool bleiben. Die Holzleisten waren die Formen für die Pechbarren.



Pechbarren

Diese habe ich im kalten Zustand mit dem Messer angeritzt, sodass ich sie an der Tischkante sauber in kleine Stücke brechen konnte. Diese Stücke habe ich dann auf einer Seite über einem Teelicht erhitzt und auf die Pechhaut geklebt.
Danach wurde Warmgepresst. Das ist nichts anderes, als dass ich das Tool in heißem Wasser erwärmt habe (das Pech wird dann weich) und dann den Spiegel darauf gelegt habe und mit Druck der Pechhaut die Form der Spiegeloberfläche gegeben habe. Leider sind dabei die Kanäle zwischen den Plättchen wieder zugequollen, also musste ich diese mit dem Messer nachschneiden.




Poliertool

Jetzt muss ich nur noch im kalten Zustand ein Fliegengitter zwischen Tool und Spiegel einige Stunden liegen lassen, damit die Oberfläche eine feine Struktur bekommt. Und dann kanns mit der Politur los gehen...







2.) Der Tubusbau

Vor einiger Zeit habe ich hier ein paar Fotos der Fangspiegelzelle und der Rahmen gezeigt. Nun müssen diese noch miteinander verbunden werden. Ich habe dafür heute die notwendigen Materialien bekommen:

Das Carbon

Carbonröhren und -platten

Nach wirklich rascher Lieferung der Firma Bacuplast aus Deutschland habe ich heute die Carbonröhren und -platten bekommen. Die Röhren werde ich für die Verbindung zwischen den Rahmen einsetzten, während die Platten für deren Montage und die Auflagefläche für den Okularauszug, sowie zur Stabilisierung des Tubus verwendet werden.


Ich habe etwa 12m Röhren und einen viertel m² Platten, die zusammen 1,8kg wiegen. Es ist schon ein interessantes Material, leider auch nicht ganz billig. Dennoch, wird das Carbon die notwendige Stabilität bringen - immerhin soll dieser Newton zur Fotografie eingesetzt werden.

-Robert


2007-09-17

Nun ist es soweit: mein Spiegel ist Zuhause für einen Kratzer geworden:

John war der Meinung, er muss sich hier auf dieser schönen, gleichmäßigen Spiegeloberfläche niederlassen, gerade als ich dabei war, die Korngröße von 9µm durchgeschliffen zu haben. Er ist etwa einen viertel mm² groß und liegt am Rand meines Spiegels (bald auch im Licht vieler Sonnen) und genießt das Leben.
Er ist leider so tief, dass ich zurück zum 15µm müsste und das bedeutet etwa 6h Arbeit nochmal zu bestreiten. Ich habe mich also dazu entschieden, John hier zu lassen, er nimmt mir damit ohnehin weniger als 1 Promille der gesamten Oberfläche weg - soll er doch ;)

-Robert


2007-09-01

Am 30.08.2007 habe ich Wolfgang einen Besuch abgestattet. Er hat schon einige Projekte realisiert und kennt sich hervorragend mit 12"ern aus. Er werkt gerade an einem Lurie-Houghton Teleskop, das im Unterschied zu meinem Newtonsysten an dem ich gerade baue nur sphärische Flächen benötigt und einen Frontkorrektor besitzt. Kurz gesagt, ich war bei einem Experten ;)

Eigentlich wollten wir meinen Foucaulttester an dem 130mm Newton von Agnes testen, aber diesen habe ich leider daheim liegen lassen. Also haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und meinen 12"er genommen, den hatte ich sowieso mit, da ich wegen ein paar Kratzern besorgt war und ich diese Wolfgang zeigen wollte.
Die Kratzer waren gar keine, das waren Projektionen der Rückseite, die ja sehr grob ist. Denn beim Betrachten mit dem Okular, leuchtet man mit der Taschenlampe durch das Glas und damit kommt die Rückseite auch zur Geltung. Abhilfe wird mir hier ein Auflichtmikroskop schaffen.

Aber der 12"er glänzte ja noch gar nicht (wie auch bei 9µm?). Also haben wir ihn "Angeschliffen", also beinhart zur Politur gegangen. Man würde freilich sehr, sehr lange polieren, wollten man ihn auspolieren. Das war aber nicht unser Ziel, er sollte nur etwas Reflektion zeigen, gerade so viel, dass man die Oberfläche im Tester erkennen kann.
Wolfgang hat mir hierzu eine Methode gezeigt, die ich wohl nie für möglich gehalten hätte: Polieren mit Klopapier!
Dazu nimmt man etwas Ceroxid, eine Hand voll Klopapier und hobelt drauf los.
Klingt komisch, ist aber so!
Nach einiger Zeit (30 min. oder so) haben wir einmal das Ergebnis angesehen. Man konnte schon etwas erahnen, aber einen Reflex hat er noch nicht erzeugt. Also haben wir die Sache etwas verschärft: Ich habe auch mein Tool mit gehabt, das haben wir mit selbstklebender Buchfolie und Klebeband abgeklebt und darauf dann Bienenwachsplatten gelegt. Das ganze kuzr im Backrohr warm machen und dann den Spiegel darauf pressen, dass sich das Bienenwachs an die Form des Spiegels anpasst. Ceroxid drauf: polieren.
Das ganze sieht dann ungefähr soaus:

Nach 45 Minuten haben wir dann beschlossen es gut sein zu lassen und haben uns den Spiegel mal angesehen: er glänzte! Also haben wir den Tester vom Wolfgang genommen und er hat mir anhand dessen einmal die Messung erklärt. Dann haben wir meinen Tester eingesetzt und mussten feststellen, dass er eher schlecht geeignet wäre. Ich habe dann entschieden, dass ich ihn umbauen werde, denn Wolfgangs Design hat mir wesentlich besser gefallen. Jetzt habe ich wieder was zum basteln ;)

Bei der Messung mit Wolfgangs Tester kam heraus, dass der Spiegel schön sphärisch ist und einen Krümmungsradius von 300,18cm hat, also eine Brennweite von 1509mm! Er ist auf dem besten Weg...

Vielen Dank an Wolfgang für die Hilfe!

-Robert

2007-08-24

Auch beim Newtonbau habe ich eine Urlaubspause eingelegt, daher gibt es erst jetzt wieder neues zu berichten. Beim Schliff des Spiegels bin ich nun schon beim Karbo 320 angekommen, es fehlen noch etwa 3h, dann kanns mit dem Microgrit 15µ los gehen.

Im Urlaub habe ich wieder Teile für den Tubus besorgt. Ich habe jetzt eine Hauptspiegelhalterung von Orion mit 9-Punkt Lagerung, einen Fangspiegelhalter + 74mm Fangspiegel und Spinne, sowie einen Crayford-Okularauszug mit 1:10 Untersetzung und Motorfokus, sowie den Komakorrektor "Paracorr" von Televue. Die Fangspiegelspinne habe ich heute in einen Rahmen eingebaut, und den Fangspiegelhalter montiert. Den Fangspiegel selber werde ich noch nicht aufkleben, zuerst muss noch die Fangspiegelheizung konstruiert werden.

-Robert

2007-07-09

Die verschweißten Alurahmen

Nun nimmt auch der Gitterrohrtubus langsam Form an:

Die Rahmen aus Aluminium wurden vergangenen Freitag verschweißt.
Sie bestehen aus 35x35x2mm Aluminium Vierkantrohr, die auf Gehrung gesägt wurden. Der Mittelteil besteht aus zwei Vierecken, die an den Ecken mit 2mm starken Alublechen verstärkt wurden. Die Enden sind 8-Ecke, diese benötigen aber keine Verstärkung.
Die Alurahmen wiegen 4,6kg und werden später, wenn alle Bohrungen für die Monatge der Carbonstangen gesetzt sind noch schwarz anodisiert.

Auf dem Foto habe ich die Rahmen vom Abstand her ungefähr so positioniert, wie sie später verbaut werden - man erahnt, was das für ein Monstrumm wird. Immerhin betragen die Außenmaße 42x42x~140cm!

-Robert



2007-07-03

Vor einer Woche konnte ich den Feinschliff mit dem Karbo 320 beenden. Diese Körnung hat etwa 3h Schleifzeit beansprucht, wesentlich weniger als erwartet. Ab jetzt gehts auf Pitjagd. Pits sind die letzten unerwünschten Vertiefungen in der Oberfläche beim Schliff mit einer Korngröße. Erst, wenn man alle Pits weg geschliffen hat (also die gesamte Oberfläche auf den Tiefstpunkt des Lochs abgeschliffen hat) kann man zur nächsten Korngröße fortschreiten. Diese Pits sind immer schwerer mit bloßem Auge zu erkennen, je kleiner die Korngröße des Schleifpulvers wird. Deshalb verwendet man eine Lupe. Man kann dazu ein Okular "verkehrt" verwenden, also einfach umdrehen und schon hat man eine Lupe. Dann kann man im Gegenlicht auf Pitsuche gehen.
Da ich keine Pits mehr sehen konnte, bzw. die Vorhandenen schon weg sind, kann ich nun mit dem Aluminiumoxid mit 15 µm Korngröße weiter machen.

-Robert

2007-06-01

Nach einer etwas längeren Pause, in der ich mich vorrangig um meine bisherige Ausrüstung und deren Optimierung gekümmert habe, konnte ich heute den Feinschliff beginnen. Ich habe nun nach fast 4h die erste Körnung geschafft (K180). Die Oberfläche ist jetzt im Gegensatz zur Rückseite schon fühlbar feiner geworden. Auch im Teststand zur Messung des Krümmungsradius läuft das Wasser nicht mehr ganz so schnell vom Rohling herunter.
Die Messung ist ausserdem noch knackiger geworden. Ich kann schon auf +/- 2cm genau den Krümmungsradius bestimmen - und das mit der Taschenlampe!

-Robert

2007-04-17

Update: Konnte am Ostersonntag (08.04.2007) den Grobschliff beenden. Ich habe nun eine Sphäre mit 1,50m Brennweite und (soweit erkennbar) keinen Astigmatismus.

-Robert

2007-04-07

Gestern habe ich nochmal eine Stunde geschliffen! Bin jetzt auf einem Krümmungsradius von 3,45m!!! Mich trennen nur mehr 45cm von der gewünschten Pfeiltiefe. Ab jetzt werde ich mit 1/3 Überhang und ebensolchen Strichen weiter machen. Der Rand ist auch schon am werden, es sind lediglich 10mm die noch nicht bearbeitet werden. Ich denke, dass ich mit den 1/3 Strichen am Rand weiter herunter komme. Sonntag und Montag wird nochmal fleißig geschliffen, vielleicht kommt dann schon das K180 dran...

-Robert

2007-04-06

Am gestrigen Donnerstag konnte ich nach der Arbeit einfach nicht wiederstehen. Ich musste einfach weiter machen, es juckte zu sehr unter den Fingern. Also habe ich das Tool wieder für den Einsatz hergerichtet. Ich hatte die Längs- und Querrillen nicht tief genug gemacht, sie hatten sich schon wieder abgeschliffen - das Tool war an manchen Stellen wieder glatt. Also hab ich nochmal die Flex ausgepackt und die Rillen nachgezogen. Wie sich später herausstellen soltle, waren auch diese wieder zu wenig tief. Es ist schon beeindruckend, wie viel Material da abgetragen wird!!!
Ausserdem habe ich die Fase am Spiegel und am Tool nochmals bearbeitet. Dieses mal aber mit der feinen Seite des Schleifsteins.
Dann wurde geschliffen. Nach einer Stunde habe ich den Taschenlampentest gemacht. Das Ergebnis hat mich fast umgeworfen: 4,5m Krümmungsradius!!! ich habe einen Meter innerhalb von einer Stunde geschliffen! Dann habe ich es ein bisschen mit der Angst bekommen. Ich habe also anstatt mit 1/2 Strichen und 1/2 Radius seitlichem Überhang mit 1/3 Überhang und ebensolchen Strichen weitergemacht. Nach einer halben Stunde habe ich dann nochmal gemessen: 4,1m. Hm, er schleift sich auf einmal etwas langsamer ab. Also habe ich den Eddingtest gemacht und wieder ein Kreuz auf den Spiegel und das Tool gemalt. Und siehe da, die Ursache war gefunden.
Durch den geringeren Überhang hatte ich keinen Kontakt mehr in der Spiegelmitte, dafür aber eine Art Ring bei 30-40% des Radius, der bearbeitet wurde. Hätte ich so weiter gemacht, wäre die Pfeiltiefe nicht wesentlich angewachsen, dafür wäre der Rand wahrscheinlich früher (oder zu früh!) herumter gekommen. Dann hätte ich später schwierigkeiten gehabt das wieder auszugleichen. Also habe ich dann doch wieder mit 1/2 Überhang weiter gemacht.
Nach einer Gesamtzeit von bisher 8h Bin ich bei einem Krümmungsradius von 3,9 Metern angelangt. Das ist von den gewünschten 3 Metern nicht weit weg. Die Pfeiltiefe beträgt etwa 2,3mm, wenn ich die Wasserwaage drauf lege, sieht man schon sehr deutlich das "Loch" in der Mitte.

-Robert

2007-04-02

Ich beim Grobschliff
Pfeiltiefe von ca. 1,2mm
Spiegel nach 5h
nach 5h: man sieht am Tool deutlich die Krümmung


Ich habe Samstag Abend noch ein bisschen weiter geschliffen. Dabei hatte ich netten Besuch meiner anderen Schwester, Marlene. Sie hat mich dann auch netterweise in Aktion fotografiert - Danke dir!
Somit könnt ihr mich sehen, wie ich das Glas quäle *gg*. Samstag Abend hatte ich dann schon eine Gesamtschleifzeit von 3,5h. Die Messung der Pfeiltiefe ergab einen Millimeter. Das klingt nach sehr wenig, aber für mich war es toll: ich konnte es zum ersten Mal messen!
Heute habe ich dann noch einmal 1,5h geschliffen. Jetzt ist auch das Tool wieder zentraler geworden. Ich denke, ich bin momentan am richtigen Weg. Heute konnte ich nach dem Schleifen zum ersten Mal den Taschenlampentest machen. Ich habe den dazu den Spiegel in meinen Teststand gestellt, mit Wasser besprüht und dann vom anderen Ende der Wohnung mit der Taschenlampe drauf geleuchtet. Wenn man dann die Lampe auf und ab bewegt, sieht man wie sich der Reflex im Spiegel bewegt. Der Reflex reagierte genau verkehrt: ich bewegte die Lampe nach unten, der Reflex stieg auf. Das bedeutete, ich war ausserhalb des Krümmungsradius. Also ein paar Schritte in Richtung Spiegel und nochmal wacheln ;)
Der Reflex reagierte nun gleichsam mit meiner Lampe. Also ein kleines Stück zurück und ich konnte nicht mehr sagen, ob der Reflex wanderte oder nicht. Also war ich im Krümmungsradius. Dieser ist ja die doppelte Brennweite. Kurz abgemessen: 5 Meter und 40cm, also durch zwei ergibt das dann eine Brennweite von 2,7m. Ich will den Spiegel mit einer Brennweite von 1,5m schleifen, also muss ich noch ein ganzes Stück daran arbeiten.
Man sieht jetzt auch auf dem Tool die Krümmung sehr gut.
Der Spiegel hat momentan am Rand ein paar schwarze Striche mit Edding. Diese Stammen von dem sogenannten Eddingtest. Dabei male ich ein Kreuz mit Edding auf den Spiegel. Dann schleife ich eine Zeit lang und beobachte, wie das Kreuz verschwindet. Tut es das gleichmässig, ist der Spiegel sphärisch (oder zumindest annähernd). Die Striche, die am Rand zurück geblieben sind bedeuten, dass der Rand nicht bearbeitet wurde. Also hat mein Spiegel zur Zeit in der Mitte eine sphärische Mulde und der Rand ist noch gerade. Das ist noch nicht schlimm, wenn ich aber der gewünschten Pfeiltiefe näher komme, sollte der Rand schon bearbeitet werden. Tut er das nicht, muss ich nachhelfen, indem ich nicht den Spiegel über das Tool bewege (nenn man auch MOT = Mirror on Top), sondern das Tool über den Spiegel bewege (TOT = Tool on Top). Dann wird der Rand des Spiegels mehr bearbeitet als die Mitte. Dabei muss man aber aufpassen, dass man es nicht übertreibt! Sonst schleife ich den Spiegel wieder gerade *gg*.

So jetzt habe ich gesamt 5h Grobschliff hinter mir. Die Pfeiltiefe konnte ich mit der Schieblehre nicht genau messen, da das Messgerät zu ungenau ist (muss mir ein besseres besorgen). Der Taschenlampentest hat einen Krümmungsradius von 5,4m ergeben. Ich müsste jetzt irgendwo zwischen 1,2 und 1,5mm Pfeiltiefe liegen.

Ich würde sagen: HALBZEIT ... des Grobschliffs *gg*

-Robert

2007-03-31

Angefaster Spiegel
So wird geschliffen
Die Rückseite muss eben werden
Das Tool nach 2 Stunden mit K80
Der Spiegel nach 2 Stunden K80

Es geht los!
Gestern habe ich noch das Fliesentool am Rand mit Epoxidkleber versiegelt. Leider musste ich aber feststellen, dass dieser Risse bekommen hat (ist anscheinend doch nicht für großflächige Anwendungen gedacht...), also wieder runter mit ihm. An manchen Stellen klebte er aber so fest, dass ich ihn oben gelassen habe.
Also bin ich zu Plan B über gegangen: Der Acryllack. Der ist zum sprayen gedacht, also Tool abgeklebt und den Rand lackiert. Jetzt konnte es los gehen.
Heute morgen um 0900 fing ich also an, alles zum Schleifen her zu richten. Als erstes musste der Rand an beiden Seiten angefast werden, damit beim Schleifen keine Muschelbrüche entstehen. Das habe ich mit dem Schleifstein gemacht. Gedauert hat das etwa eine halbe Stunde, die Fase hat jetzt eine breite von 2mm.
Dann habe ich das getrocknete Tool auf die Unterlage gelegt. Diese besteht aus einer Pressspanplatte (19mm) einem Teppichrest, damit es keine Unebenheite gibt (hab ich mir von Stathis abgeschaut ;) ) und darüber noch viel Zeitungspapier, das ich das Karbo nicht überall rumliegen habe. Ausserdem kann ich so den Teppich länger verwenden.
Dann wurde die Rückseite Plangeschliffen. Das hat aber nicht lange gedauert, da der Rohling nach 15 Minuten überall trüb geworden ist. Also hat er überall Kontakt gehabt, was darauf schließen lässt, das die Fläche plan ist.
Also das Tool und den Rohling umgedreht, Karbo drauf, Wasser und los gehts!!! Nach dem dritten mal abwaschen und neuem Karbo habe ichs dann raus gehabt. Mit 1/3 Strichen und viel drehen des Rohlings sowie des Tools gings dann dahin. Erstaunlich aber, wie schnell dich das Karbo 80 abschleift. Nach 2 Minuten war es nur behr Brei! Ich habe im Endeffekt von 2 Stunden eine geschliffen und eine gewaschen *gg*. Was mir etwas Sorgen macht, ist das sich das Tool nicht gleichmässig abnutzt. Ich habe nahe der Mitte einen Fleck, der noch nicht angegriffen worden ist. Das soll auch so sein, aber leider ist der nicht zentral! Jetzt habe ich Angst, dass mein tiefster Punkt nicht im Zentrum liegen wird! Ich werde dazu mal die Experten befrage... im Forum! (gut, dass es Internet gibt!) Nach zwei Stunden habe ich das Schleifen vorerst beendet. Die mehrmalige Messung der Pfeiltiefe ergab 0,4mm. 3,75mm werden für f/5 benötigt... ein schönes Stück arbeit liegt vor mir ;)

-Robert










2007-03-29

Fast fertiges Fullsize-Fliesentool
Der Teststand
So wird dann gemessen

Ein schönes Stück bin ich heute voran gekommen!
Das Fliesentool habe ich heute mit der Flex weiter bearbeitet. Es bekam eine 2-3mm breite Fase an beiden Seiten. Warum an beiden? Ganz einfach: die Rückseite des Tools werde ich zum Planschleifen der Rückseite des Spiegel benutzen. Dieser ist ja auf einer Seite (der zukünftigen Rückseite) um etwa 1mm gebogen. Das darf aber nicht sein, da dieser Buckel zu Astigmatismus führen kann. Das ist so ziemlich der Alptraum eines Glasquälers!!! Darum wird vorsorglich die Rückseite plan geschliffen. Das heißt, ich werde mit dem K80 (gröbstes Schleifpulver) so lange "Rücken an Rücken" schleifen, bis der Spiegel überall mit dem Tool kontakt hat - das reicht.
So zurück zum Tool:
Die Rillen, die man auf dem Foto sieht, habe ich deshalb hinein geschnitten, damit dort beim Schleifen das Wasser abrinnen kann und sich das Tool nicht auf dem Spiegel festfressen kann. Das kann bei kleineren Korngrößen schon zum Problem werden, denn wenn beide Scheiben aneinander Kleben bekommt man die mit bloßen Händen nicht mehr auseinander!!! Also Kanäle hinein, dann gehts. Ausserdem schleife ich nicht mit Wasserfilm, sondern habe immer Kontakt zum Tool. Das hat zur Folge, dass das Schleifen schneller geht (ich hab zwar Zeit, möchte aber nicht erst in der Pension fertig werden *gg*)

Weiters ist heute der Teststand gebaut worden. Hier hatte ich wieder die Unterstützung meiner Schwester Karin. Manchmal ist es besser wenn man 4 Hände hat! Der Teststand wird bei der Messung nach Foucault benötigt. Er soll nur den Spiegel halten. Ich könnte ihn ja auch hinstellen, aber dann hab ich Angst, dass er ein Eigenleben entwickelt und davon rollt. Noch schlimmer: er fällt um! Also hinein in den Tetsstand, da kann er nicht weglaufen ;)

Am dritten Bild sieht man die Testanordnung. So wird dann gemessen. Der Foucaulttester ist etwa 3 Meter vom Spiegel entfernt. Soweit muss er weg sein, denn der Test findet im Krümmungsmittelpunkt (=2x die Brennweite - in dem Fall 1500mm) statt. Das geht sich bei mir im Vorzimmer gerade noch aus!

So morgen soll noch der Rand vom Tool mit Epoxidharz versiegelt werden damit nichts bröseln kann. Die Fase am Spiegel muss noch geschliffen werden und dann kanns los gehen. Starttermin wird dann Samstag werden.

Countdown läuft: nur noch 36 Stunden bis zum Start!!!
Dranbleiben!!!

-Robert



2007-03-28

Das Tool vor dem verkleben
Erinnert an eine Torte...

Heute habe ich die zwei Fliesen zusammen geklebt. Dazu habe ich eine Form aus Karton gemacht. Ich habe einfach Streifen aus dickerem Karton geschnitten und diese mit Klebeband hintereinander geklebt.
Das ganze liegt auf der späteren Schleif-Pressspanplatte. Um diese nicht schmutzig zu machen (und das das Tool nicht festklebt) habe ich Backpapier darunter gelegt.
Dann wurde der Fliesenkleber angerührt und in die Form gebracht. Ich habe die obere Fliese auch noch mit Fliesenkleber bestrichen um sicher zu gehen, dass sie auch gut haftet. Mittels Wasserwaage habe ich mich bemüht, ein gerades Tool zu bekommen. Ich dnke dass es ungünstig sein würde, wenn das Tool schief ist, da dann die Druckverteilung gestört sein könnte, was zu Unregelmäßigkeiten bei der Spiegeloberfläche führen könnte.
Jetzt habe ich das Tool zum trocknen abgestellt, morgen wird dann der Rand entfernt und etwaiger Überschuss an Fliesenkleber entfernt.

Stay tuned...

-Robert



2007-03-27

Ich, gerade in Aktion den Foucaulttester zu bauen
Foucaulttester
Die Schleifpulver
Das ist er: ein 12" Rohling
Firstlight *gg*
Feinsteinzeugfliesen beim bearbeiten
Die Fliesen warten auf den Kleber


Ab heute gibt es hier den Teleskopbau-Blog ;)

Der Plan sieht vor, einen 12" Newton zu bauen, wobei der Spiegel selbst geschliffen wird, der Tubus mit Okularauszug selbst gebaut wird und auch die Hauptspiegelzelle in eigener Leistung entstehen soll. Einzig der Fangspiegel wird zugekauft.

In den vergangenen Tagen habe ich bereits einen Foucault-Tester gebaut. Dieser wird später benötigt um die Oberflächenform des Spiegels während des Schleifens zu messen. Der Bau dieses Instruments hat etwa 6 Stunden gedauert, wobei ich tatkräftige Unterstützung von meiner Schestwer hatte. Ein Danke an dieser Stelle an Karin!

Heute habe ich den Spiegelrohling erhalten. Dieser stammt von Stathis, der ihn wiederum bei Schott machen hat lassen. Das benötigte Schleifkorn habe ich ebenfalls von Stathis bekommen. Mit dabei auch das Pech, welches ich zum Parabolisieren brauchen werde. Der Rohling ist 12" (300mm) im Durchmesser, 25mm dick und 4 kg schwer. Aus ihm werde ich in den nächsten Monaten einen Präziosionsspiegel mit parabolischer Oberfläche machen. Er soll eine Brennweite von 1500mm haben, was einem Öffnungsverhältniss von f/5 entspricht. Anfangs wollte ich ihn auf f/4 schleifen, bin dann aber doch davon abgekommen, weil bei 1200mm Brennweite die Objekte am Chip doch recht klein werden. Und da ich meine Galaxien ja schööön groß ablichten will, habe ich mich für f/5 entschieden.

Aja - er soll nur als Fotonewton dienen. Zum visuellen beobachten habe ich noch den 8"SC, bzw. werde ich mir nach geglücktem Fotonewtonbau einen schönen Dobson machen, so richtig nach Glasquälfieber-art *gg*

Zur Zeit bin ich gerade daran, das Fliesentool zu bauen. Dazu habe ich im Baumarkt zwei Feinsteinzeug Fliesen gekauft und heute am Balkon mit der Flex bearbeitet. Beide haben nun einen Durchmesser von 300mm und werden in den nächsten Tagen mittels Fliesenkleber zusammen geklebt. Ausserdem müssen noch Rillen hinein geflext werden um dem Wasser beim schleifen eine Chance zum abrinnen zu geben.
Wenn alles glatt läuft, ist das Tool am Freitag fertig und ich kann am Wochenende mit dem Grobschliff beginnen.

-Robert





















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